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Äußeres

Katzengestalt:
Entgegen der Tatsache, dass Katzen reinliche Tiere sind, ist das Fell dieser Katze glanzlos und wirkt wenig gepflegt.
Ihr fehlen jede druidischen Zeichen, zumindest Äußerlich wirklich sie fast wie eine normale Raubkatze.
Das linke Ohr ist ein wenig abgeknickt.
Die berstenfarbenen Augen wirken abweisend und lauernd, sollte sie eine Person, oder ein Wesen einmal länger ansehen. Doch meist schweift der Blick ruhelos umher und verweilt nur kurz an einer Stelle.
Diese Katze ist unglaublich abgemagert und dazu noch zierlich, was sie ein wenig seltsam erscheinen lässt.
Auf der rechten Schulter ist das Fell von einer handlangen Narbe durchzogen, an der das Fell nicht richtig nachgewachsen ist.
Die Pfoten sind übersäht von alten Narben.

Elfengestalt:
Sie ist eine großgewachsene, sehr schlacksige Elfe mit blasser Haut. Ihr Körper wirkt ausgezehrt, eher schon mager.
Die weißen Haare hängen in glanzlosen Strähnen herunter.
Das Auffälligste an ihr sind wohl die Augen. Sie haben einen dunklen, grauen Ton.
Auf ihre Kleidung scheint sie kaum zu achten. Stoff und Leder sind oft abgenutzt.
Am Ringfinger der rechten Hand trägt sie einen goldenen Ring.
Auf der rechten Schulter kann man die gleiche handlange Narbe erkennen, die sich auch in der Katzengestalt abzeichnet und auch die Hände und Füße sind vollkommen vernarbt. Das linke Ohr ist ebenfalls ein wenig abgeknickt.
1.4.09 14:44


Die Geschichte einer Katze..

Rauch. Überall war Rauch. Sie hustete, als ihr gereizter Hals erneut diesem dichten Qualm ausgesetzt war. Mühsam beherrschte sie ihre Angst, die langsam, aber sicher die Oberhand gewann. Irgendwo in diesem Feuer musste ihre Tochter sein und ihr Gefährte. Der Gedanke an diese geliebten Wesen ließ sie noch einmal tief die verrußte Luft einatmen, dann stürzte sie sich in das Haus, das von Flammen verzehrte wurde.
Wie durch einen Nebel nahm sie die Gestalt wahr, die sie aus dem Gebäude zog. Woher dieser Fremde kam, wusste sie nicht und es war ihr egal. Wie konnte er es nur wagen? Obwohl sie einen eisernen Willen besaß, ließ der geschwächte Körper die schlanke Elfe im Stich. Hustend sackte sie ein Stückchen zusammen und ließ den Körper sich wandeln. Ihre Hände wurden zu Pranken, die helle Haut von Fell bedeckt. Gegen die tobende Katze konnte der fremde Elf nicht das geringste ausrichten und so ließ er sie schreiend los. Lluvia verstand diese Worte nicht mehr, sie wollte es auch nicht, selbst wenn der Lärm des in einander zusammen fallenden Gebäudes sie nicht übertönt hätten.

Früher am Abend..
Es war eine Nacht, ohne Laute. Selbst die Natur schien den Atem anzuhalten, irgendetwas lag in der Luft. Die schlanke, fast schon schlacksige und vor allem großgewachsene Elfe lehnte sich über die Brüstung des Fensters. Schnuppernd hielt sie das Gesicht in die Nachtluft. Die sanfte Briese strich sacht über das silbrige Haar.
Lautlos war der große Elf hinter sie getreten, nahm sie nun behutsam in den Arm. Er schmiegte seine Wange an die ihre und lächelte leicht.
Eng umschlungen standen die beiden Elfen am Fenster, genossen zu zweit den Abend. Sie verstanden sich ohne Worte und so verharrten sie wie in Stein gemeißelt Stunden in dieser Position. Für sie hatte Zeit keine Bedeutung.
Irgendwann in der Nacht, als sie längst geschlafen hatten, stieg ihr dieser Geruch in die Nase. Es roch seltsam. Nach Tod. Von diesem ungewöhnlichen Durft aufgeschreckt hatte sie sich eine Decke um den schlacksigen Körper gezogen und war vor die Tür getreten.
Die feinen Nackenhaare hatten sich aufgestellt und als sie herumfuhr, stand dort eine düstere Gestalt. Das tiefe Grollen aus ihrer Kehle beeindruckte ihren Gegner kaum, als sie jedoch mit erstaunlicher Schnelligkeit auf ihn zusprang, nahm er eine abwehrende Haltung ein. Zwar konnte sie ihm einige tiefe Wunden zufügen, doch ein einziger Blick in seine Augen ließ sie zusammen brechen. Ihre Lunge füllte sich langsam mit Blut. Spuckend und hustend hockte sie am Boden und konnte nur tatenlos zusehen wie ihr Gegner ihr Heim in Brand steckte. Zu viel Zeit verging, bevor sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte und in das Haus rennen konnte. Dann ging alles plötzlich zu schnell.



Schmerzen pochten in ihrem Körper und sie wusste nicht so sie war. Als sie vorsichtig Luft in ihre Lungen zog, musste sie wieder husten und nur sehr zögerlich beschloss sie die Augen zu öffnen. Wie viel Zeit wohl vergangen war? Sie lag auf einem Bett, in einem Haus. Verwirrung zeichnete ihr Gesicht und sie versuchte ihre Umgebung zu erkennen. Irgendwo hier mussten ihre Tochter und ihr Gefährte sein. Wo waren Thalie und Theris? Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als eine Gestalt zu ihr an das Bett trat.
Der Ausdruck in den Augen des Elfen gab ihr die sehnsüchtig erwartete Antwort. Allerdings war es nicht die Antwort, die sie erhofft hatte.
Ein nie gekannter Schmerz durchzuckte sie und in diesem Moment zersprang ihr Herz in tausend Teile. Mit einem Aufschrei sprang sie vom Bett, ignorierte das Pochen in den Muskeln und das Brennen der geschundenen Lunge. Große Schritte brachten sie der Ferne näher, kaum dass sie das Haus verlassen hatte, nahm sie die Gestalt einer Katze an und rannte.
Tränen rannen ihr über das fellige Gesicht und sie rannte, bis sie vor Erschöpfung zusammen brach. Auf ihre Umgebug achtete sie dabei kaum, der Ort zu dem sie rannte war ihr egal. Keuchend lag sie vor Anstrengung zitternd auf der Seite, doch der Schmerz des Körpers konnte den ihrers Herzen nicht verdrängen. Irgendwann fiel sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
Als sie schließlich erwachte, mit blutigen Pfoten und geschundenem Körper entschied sie, ihre Gestalt nicht mehr zu ändern.
Nie wirde würde sie ein Wesen so nah an sich lassen. Diesen Schmerz konnte niemand ihr nehmen.

Humpelnd tapste die zierliche Katze der aufgehenden Sonne entgegen.
Entschlossenheit lag in den bernsteinfarbenen Augen. Das von Schweiß und Blut verklebte Fell interessierte sie ebenso wenig wie die offenen Wunden an den Pfoten.
Nie wieder würde sie diesen Schmerz zulassen.
Nie wieder Elfe sein.

1.4.09 14:40


Kapitel 2

Lia hörte ihrer Tante nur mit halbem Ohr zu, als sie ihr von einigen neuen ledigen Männern erzählte. In Gedanken war sie bei Vane und ihren Kampfübungen. Es waren seit ihrem ersten Aufeinandertreffen vier Wochen vergangen und sie hatten sich zwei Mal in der Woche getroffen. Er zeigte ihr den Schwertkampf, den Kampf ohne Waffe und dem Umgang mit Dolchen. Im Wäldchen in der Nähe gab es eine Lichtung auf der beide ungestört üben konnten, die Menschen sagten der Wald wäre verflucht. Das kam beiden sehr entgegen.
Heute wollten sie sich treffen und Lia wurde langsam ungeduldig. Bisher hatte sie jeden potenziellen Heiratskandidaten abgeschreckt, auch wenn es viel Einfallsreichtum erfordert hatte. Verwirrt hob sie den Kopf und sah den nachdenklichen Blick ihrer Tante auf sich ruhen. "Darf ich noch einen Ausritt machen?" Ihre Tante nickte zögerlich. "Sei bitte nicht zu spät zurück Lia.." Sie sah ihrer Nichte seufzend nach und hoffte Lia hätte die letzten Worte noch gehört.
Lia führte ihren Rappen aus dem Stall und preschte mit ihm durch die Stadt, aus dem Tor und über die Felder. Der Wind spielte mit ihren pechschwarzen Haaren die im Sonnenlicht wie das Gefieder eines Raben glänzten. Erst als sie den Wald erreicht hatte drosselte sie das Tempo ihres Pferdes, beide genossen den schnellen Lauf, fühlten sie sich dabei immer wie Ziervögel die einmal aus ihrem goldenen Käfig hatten ausbrechen können.
Vane stand bereits wartend auf der Lichtung und lächelte als er sie, zerzaust wie sie war, erblickte. "Gut, fangen wir an." Lia band das Pferd an einen Ast und legte sich sorgfältig die Reisgewichte an Arme und Beine, ihre Stiefel waren unauffällig mit Eisen verstärkt und damit viel schwerer als sie wirkten. Durch diese zusätzlichen Gewichte konnte sie sich inzwischen ohne sie sehr flink bewegen. Desweiteren war es für ihren Muskelaufbau sehr förderlich gewesen.
Zusammen dehnten sie ihren Körper mit gezielten Übungen und begannen dann festgelegte Schwerkampfabfolgen durchzugehen. Vane beobachtete sie bei den Übungskämpfen sehr genau, denn er konnte die kleinen Fehler während diesen am besten korrigieren.
"Gut, jetzt greif mich an."
Lia stand eine Weile still, hörte auf ihre Atmung, die Geräusche im Wald und auf Vane. Ihre Augen erfassten jede kleine Bewegung seines Körpers, sahen seine Schwächen. Vane stand ruhig da, darauf gefasst einen Angriff abwehren zu müssen. Er sah Lianera fest in die Augen, wissend dort Vorzeichen auf den Ausfall sehen zu können. Er hob eine Augenbraue als Lia die Augen schloss. Gerade als er fragen wollte weshalb sie das tat griff sie an.
Sie spannte ihren Körper an und sprang auf ihn zu. Gezielt griff sie seine schwache Seite an, macht einige Ausfallschritte und stieß von unten zu. Obwohl er Mühe hatte ihren schnellen Bewegungen zu folgen, schaffte er es gerade rechtzeitig den Angriff vorauszusehen und blockte ihn ab. Während er noch versuchte ihren Schlag zu parieren duckte sich Lianera mit einer geschickten Drehbewegung unter seinem Schwert durch und stand hinter ihm. Den kleinen Dolch den sie in der Linken trug an seinen Hals setzend presste sie sich an seinen Rücken, das Schwert in der rechten Hand an seine Seite gedrückt. Ein leichter Zug am Hals und ein sachter Tritt in die Kniekehle ließen ihn zusammenklappen.
Vane kniete auf dem Waldboden und versuchte einen Moment lang zu verstehen wie er in diese Lage kam. Sein Atem ging schnell und flach, Lia hingegen bewegte sich kaum. Als er begriff was sie getan hatte war er froh nur mit Holzschwertern zu üben und sie nicht als Feind gegen sich zu haben. Der Druck ließ nach und Lia grinste ihn frech an. Sich den Hals reibend stand er auf und grinste dann anerkennend. "Du bist ziemlich schnell geworden." Sie lachte leise. "Ich dachte das war das Ziel dieser Übungen?" Vane lachte und bot ihr einen Wasserschlauch an. "Bald brauchst du einen anderen Lehrer. Viel mehr kann ich dir nicht beibringen." Lianera sah ihn nachdenklich an. "Wer sollte mir helfen? Ich möchte keinen anderen Lehrer.." Sie schob trotzig das Kinn vor. Vane starrte einen Moment ins Leere. "Dann müssen wir deine Gewichte erhöhen.." "Was?!" Sie schnaubte empört und erntete dafür Gelächter. "Du willst keinen anderen Lehrer, aber für mich bist du zu schnell. Die Gewichte werden dich etwas bremsen, hoffe ich zumindest."
Lianera seufzt ergeben und ließ sich weitere Gewichte geben.
"Probier dich damit zu bewegen." Der böse Blick den sie ihm zuwarf hätte andere bleich werden lassen, Vane jedoch sah ihn gelassen entgegen. "Nur weil ich eine Frau bin..." "Ah! Schluss damit..", unterbrach er sie. "Du weißt ich behandel dich nicht wie andere Frauen. Genug geruht, kommt, versuch mich zu treffen." Mit empörtem Gesichtsausdruck sprang sie auf, schnappte sich das Schwert und den Dolch und begann ihn anzugreifen. Vane schien zufrieden. Die zusätzlichen Gewichte würden sie zumindest noch einige Zeit verlangsamen.

Langsam setzte die Abenddämmerung ein, hüllte den Wald in Dunkelheit und brachte die beiden Kämpfer zur Beendigung der Übungen.
1.4.09 14:34


5 Jahre später...

Lianera seufzte leise und verfluchte ihre Tante innerlich. Sorgfältig stich sie über die teuren Stoffe und dachte dabei an das ganze Gold das sie wohl gekostet haben mussten. Ihr Haar war zu einem kunstvollen Meisterwerk hergerichtet und sie fürchtete ihre Haut würde unter dem ganzen Puder ebenso wenig atmen können wie es das Mieder ihr verbot. Eingeschränkt in ihren Bewegungen saß sie, hübsch anzusehen wie eine Puppe, neben einem jungen Adeligen. Der junge Mann hatte blasse Haut, wie viele andere Anwesende auch, trug das blonde Haar kurz. Seine wässrigen blauen Augen die sich oft gelangweilt, manchmal auch lüstern die weibliche Gesellschaft besahen widerten sie an. Trotzdem wahrte sie eine neutrale, höfliche Miene.
Ein paar Mal wollte ein junger Mann mit ihr tanzen, doch sie lehnte höflich und bestimmt ab, fürchtete sie doch bei jeder kleinen Bewegung die Besinnung zu verlieren. Schließlich bat sie ihren Begleiter um ein Getränk und kaum, dass er ausser Sicht war flüchtete sie aus dem Saal in den anliegenden Garten, wo sie sich in einer kleinen Niesche niederließ und das Mieder öffnend ersteinmal tief durchatmete. Sie schloß die Augen, lehnte sich zurück und genoß die sanfte Briese, die Geräusche der Vögel um sich herum.
Die Stille tat ihr gut. Der Durft von Laub, frischer Erde und Rasen mischte sich mit der sanften Sommerbriese und verlockte sie zu einem Lächeln. Die Musik schien in weiter Ferne zu rücken. Lia runzelte die Strin leicht und horchte angestrengt. Schritte! Sie schnellte hoch, stolperte über den ungewohnten Saum des langen Kleides und fiel mit einem erschrocken Aufschrei nach vorn. Bevor sie reagieren konnte schloßen sich zwei starke Arme schützend um sie und sie wurde vorsichtig wieder auf die Beine gestellt. Sie fluchte undamenhaft über das Kleid und fuhr dabei wie ein verschrecktes Reh herum. Vor ihr stand ein junger Mann, seine Augenbrauen waren leicht in die Höhe gezogen als er sie nun langsam und sehr gründlich musterte. Ihr fielen sofort seine amüsiert funkelnden grünen Augen auf, das lange zum Zopf gebundene schwarze Haar. Seine Haut war sonnengebräunt und er trug schlichte Kleidung.
Lianera holte tief Luft, lächelte dann entschuldigend. "Verzeiht..Ich brauchte etwas frische Luft und.." Er unterbrach sie mit einem leisen Lachen. "Ich dachte schon, ich wäre der Einzige der versucht der feinen Gesellschaft zu entfliehen." Lia lächelte leicht gequält. "Erlaubt mich vorzustellen, mein Name ist Vane." Er verbeugte sich leicht und sah sie neugierig an. "Lianera Dunkelfeder.." Sie machte einen Knicks und stolperte dabei fast erneut über die Robe. Vane grinste breit und bot ihr seinen Arm. "Kommt, ich kenne einen ruhigen Ort der Euch sicher gefällt." Seufzend nahm legte sie ihren Arm auf seinen und stolperte neben ihm her. Vane verlangsamte schmunzelnd seinen Schritt, bis es Lia gelang einigermaßen gut neben ihm zu gehen.
"Euer erster Ball?" Vanes ruhige Stimme riss sie aus ihren Gedanken und sie nickte ihm stumm zu. "Ah, verstehe. Es wirkt am Anfang etwas erschreckend. Die ganzen schön gemachten Damen die versuchen die anderen zu übertrumphen." Sie sah ihn zweifelnd an. "Das wird tatsächlich irgendwann amüsant?" Er schüttelte lachend den Kopf. "Nein, nicht wirklich." Sie seufzte geplagt. Vane griff mit dem einen Arm um ihre Tallie und drehte sie sanft herum. Sie spürte seine Nähe an ihrem Rücken und sah ihn über die Schulter hinweg verwirrt an. Er grinste nur, legte den Finger unter ihr Kinn und drehte ihren Kopf zurück. Als er ihr Staunen sah funkelten seine Augen noch ein wenig mehr.
Lia sah über den See. Langsam war die Sonne untergegangen, färbte den Himmel in sanfte Orange- und Rosatöne und brachte das Wasser zum glänzen. Lange standen die beiden nahe zusammen da und schauten über den See.
1.4.09 14:33


Als sie erwachte lag sie in einem warmen Bett. Kurz versuche sie ihre wirren Gedanken zu ordnen, doch sie konnte sich kaum erinnern was geschehen war nachdem sie angefangen hatte zu schreien. Wie die Gedanken in ihrem Kopf drehte sich der Raum, als sie sich aufsetzen wollte schnell, so legte sie sich vorsichtig zurück und kaum, dass ihr Kopf das Kissen berührte war sie schon in einen tiefen, traumlosen Schlaf gefallen.
Liam saß später am Bett seiner kleinen Schwester, tief in seine eigenen Gedanken und Erinnerungen versunken. Ab und an beobachtete er seine Schwester, das eingefallene Gesicht, das ihn viel zu sehr an sein eigenes tief vor Trauer gezeichnetes erinnerte. Er war nicht viel älter als sie, gerade einmal fünf Sommer trennte ihre Geburt, doch hatte er nun hier an ihrem Bett wachend das Gefühl, sie hätte ihn an Mut und Ehrgefühl um ein weites überholt. Dafür bewunderte er sie.
Sanft strich er übere ihre Stirn und die glanzlosen Haare und wünschte sich, er könnte mehr für sie tun, als nur an ihrem Bett zu sitzen und über sie zu wachen. Doch seine eigenen inneren Dämonen ließen ihn nicht zur Ruhe kommen.
Er wollte Rache für seine Familie.

Jahre später saß Liam lächelnd am Grab der Eltern. Lia und er hatten es aufgestellt. Kurz nach Lia's erster Begegnung mit den Untoten am See hatte sie den Grabstein selbst aus Stein gehauen. Sie besaß ein unglaubliches Talent dafür den Stein nach ihrem Willen zu formen und nun, Jahre später, wusste Liam weshalb sie es damals schon fast perfekt beherrschte. Die Zeit hatte ihn enttäuscht und die Wunden waren nicht verheilt, dafür hatte seine Schwester sich zu einer wundervollen jungen Frau entwickelt. Sie hatte einen hervorragenden Instinkt, großen Mut und die beherzte Entschlossenheit für ihre Ziele zu kämpfen. Ihre Fertigkeiten mit den Schwertern und Dolchen hatte sie neun Sommer lang stetig verbessert. Rabenholdt interessierte sich für sie und sie hatte einen mächtigen Verbündeten gefunden.
Sein anfänglich leises Kichern schwoll zu einem lauten, herzhaften Lachen an. Seine kleine Schwester um die er sich immer Sorgen gemacht hatte, hatte sich gerade Lord Curunir Dragmire zum Verbündeten gesucht und einen seiner Schüler, Xarreg Xannaroc begleitete sie seit Jahren. Eigendlich hätte er es wissen müssen. Ein Blick in ihre Augen hätten ihm sagen müssen, dass sie zu großem Bestimmt war. Sie war etwas besonderes und bald würden es alle wissen.
1.4.09 14:33


Kapitel 1

Lia starrte erschrocken und neugierig durch die Blätter des Gestrübbs auf das Seeufer.
Trügerische Stille hatte sich über den Silberwald gelegt. Ruhig lag der See da, als würde er tief schlafen. Kaum ein Geräusch wagte es die Stille zu durchbrechen. Am Steg lag ein Boot, aus dickem Holz, vertaut. Seltsame Gestalten beluden das Boot mit in Leinen gewickelten Gegenständen. Lis schätzte die Gegenstände auf die Größe von durchschnittlichen großen Menschen. Sie fragte sich, was so groß und seltsam eingewickelt war und was die Gestalten damit vorhatten.
Langsam tastete ihre Hand in der Umhängetasche nach ihrem Fernrohr. Es ärgerte sie, dass ihre Hand zitterte und sie zwang sich langsam zu atmen, um sich konzentrieren zu können. Sie fragte sich, weshalb sie überhaupt so nervös war, wahrscheinlich waren es nur Menschenarbeiter, die Rohstoffe bargen.


Sie war vor einigen Monaten nach Sturmwind aufgebrochen, auf Wunsch der Elten, sie sollte dort das Stadtleben kennen lernen und einen Lehrer besuchen.
Der Lehrer brachte ihr viel über die "unwichtigen Dinge des Lebens bei", wie ihr Vater immer betonte. Ihre Mutter hingegen war sicher, dass sie es irgendwann brauchen würde. Immerhin sollte sie in naher Zukunft einen Mann finden, heiraten und ihren eigenen Hausstand führen. Lia hatte es ihrer Mutter zu Liebe getan.
Bald konnte sie reiten, nähen, kochen, sticken, singen und wusste viel über Heilkräuter. Sie strengte sich sehr an und der Lehrer war äußerst zufrieden mit ihr.
Als ihr Bruder vor der Schule auf sie wartete, wusste sie, dass etwas nicht stimmen konnte. Vater brauchte ihn selbst dringend, er konnte ihn nicht so weit fortschicken. Lianem kümmerte sich um die Felder und brachte die Kunstwerke ihrer Eltern zu den Käufern nach Brill und die Hügelländer.
Sein Gesicht wirkte ernst und besorgt, obwohl er es zu verbergen versuchte, sah Lia es in seinen Augen.
Ihr Bruder nahm sie zur Begrüßung in den Arm und strich ihr über den Kopf, in vertrauter Innigkeit, wie immer. "Kleine Lia, wie geht es dir? Du bist ja fast schon eine richtige kleine Dame." Lianem deutete auf ihre ordentlichen Haare und die Robe, ein ungewohntes Bild für ihn, und grinste breit. Lia sah ihn gespielt böse an und verpasste ihm einen leichten Schlag gegen den Oberarm, den er sich gefallen ließ. Ihre Stimme klang jedoch ehrlich besorgt. "Liam was tust du hier? Braucht Vater dich nicht?" Lianem, kurz Liam nickte leicht. "Doch, aber das hier ist zur Zeit wichtiger. Lia, Kleines, im Silberwald sind Kämpfe ausgebrochen. Vater und Mutter möchten dich hier in sicherheit wissen, so lange nicht klar ist was nun geschieht. Hörst du? Du musst hier bleiben." Lia runzelte verwirrt die Stirn. "Was für Kämpfe Liam? Sollten sie dann nicht auch herkommen?" Liam schüttelte den Kopf. "Lia, Vater muss vielleicht kämpfen. Es gehen Gerüchte um, dass jemand Getreide vergiftet und damit die Bevölkerung im Norden vergiftet. Wir wollen noch warten, was nun geschieht."
Lia öffnete schon den Mund, um weitere Fragen zu stellen, da lachte ihr Bruder und rief: "Lia! Mach dir keine Gedanken, alles wird gut! Und nun hör auf mir weitere Löcher in den Bauch zu fragen, das tut der hunger schon für dich!" Sie nickte zögerlich und ihr großer Bruder nahm sie an die Hand und fragte sie über das Leben hier und ihren Unterricht aus, während er das nächste Gasthaus ansteuerte.

Wenige Wochen später erhielten sie einen Brief. Geschrieben in kalten, unpersönlichen Buchstaben. Er erklärte, dass ihre Eltern gestorben waren. Vielleicht, vermutlich. Es stand dort etwas von Pflicht dem Vaterland gegenüber, das Haus war niedergebrannt und beide waren nicht auffindbar. Man ging davon aus.
Lia brach zusammen und wurde für längere Zeit krank, als könnte ihr Herz den Schmerz nicht ertragen. Sie konnte nicht glauben, was passiert war. Als sie Tage später aus ihrem totenähnlichen Schlaf erwachte, war Liam verschwunden. In seinem Brief an sie schrieb er, er wolle nachforschen und die Eltern suchen. Vielleicht würde er retten können, was ihnen geblieben war, sie sollte in Sturmwind bleiben und lernen was sie konnte.
Obwohl ihre Tante und ihr Onkel sie aufnahmen, als wäre sie ihr Kind, fühlte sich Lia eingesperrt und aufgewühlt. Sie war hier nicht zu Hause. Sie war eine Fremde.
Es kam ihr vor, als hätte sie ihre Identität verloren.


Das Gefühl des Verlustes, dass sie damals beschlichen hatte, kehte nun stärker zurück, obwohl es nie ganz verschwunden war.
Es waren zwei Sommer vergangen, sie war nun neun Sommer alt und hatte sich kurzerhand für alt genug befunden, in den Silberwald zu reiten und selbst zu sehen, was geschehen war, mit ihrem Leben und ihrer Heimat.
Als sie nun dort saß, im Gebüsch mit zitternder Hand, und durch ihr Fernrohr sah fühlte sie sich unglaublich alt und müde. Sie richtete das Fernrohr auf eine der Gestalten.
Erschrecken kroch ihr durch die Glieder, vermischte sich mit der Kälte der leblosen Umgebung und erfüllte sie mit panischer Angst.
Es war ein Moment der sich in ihr Gedächtnis brannte wie ein Mal und ihr noch Jahre später Träume aus Angst und Hilflosigkeit bescherrten, die ihre Nächte beherrschten.

Die Gestalten die dort arbeiteten waren keine Menschen, es waren Leichen. Lebende Leichen.. Obwohl sie panische Angst hatte, konnte sie den Blick nicht abwenden.
Kaltes, lebloses Fleisch umgab die teilweise freiligenden Stellen der Körper. Kahle Schädel, mit einzelnen Strähnen bestückt lachten sie hämisch kieferlos aus. Sie und ihr Vorhaben, das zum Scheitern verurteilt war. Eine der Gestalten wendete langsam den Kopf und schien sie aus leeren Augenhöhlen anzustarren.
Lia schrie.

1.4.09 14:31


Wasser ist ihr Element..

 

An einem See, so tief, so blau stand eine Frau wie Wellen rau, auch zart wie eine Briese sanft, steht still und ruhig schaut wie gebannt, aufs launische Nass hinaus. Zeit fließt wie das Wasser hier, rinnt hinfort doch steht sie hier am Ufer noch verzückt und still, als ob sie niemals weichen will.

Tritt ohne Zögern, ohne Angst. Nein, da sprang es fast in die Fluten hinein. Wie ein Fisch so schnell und flink, schmeidig durch das Wasser schwimmt, so schwimmt auch sie. Zeit fließt wie das Wasser hier, rinnt hinfort doch steht sie hier am Ufer noch verzückt und still, als ob sie niemals weichen will.

Wasser ist, so scheint es gleich, ein Freund nicht Feind. Flüstert leise, flüstert laut, verrät ihr alles was sie braucht, um zu helfen der Natur im Lauf. Zeit fließt wie das Wasser hier, rinnt hinfort doch steht sie hier am Ufer noch verzückt und still, als ob sie niemals weichen will.

Blau das Wasser, blau die Haut. Tropfen rinnen, schaut, oh schaut. Wie leibreizend seine Braut. Wasser ist ihr Element, wie das Feuer das in ihr brennt. Zeit fließt wie das Wasser hier, rinnt hinfort doch steht sie hier am Ufer noch verzückt und still, als ob sie niemals weichen will. Wasser ist ihr Element.

1.4.09 14:11


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