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5 Jahre später...

Lianera seufzte leise und verfluchte ihre Tante innerlich. Sorgfältig stich sie über die teuren Stoffe und dachte dabei an das ganze Gold das sie wohl gekostet haben mussten. Ihr Haar war zu einem kunstvollen Meisterwerk hergerichtet und sie fürchtete ihre Haut würde unter dem ganzen Puder ebenso wenig atmen können wie es das Mieder ihr verbot. Eingeschränkt in ihren Bewegungen saß sie, hübsch anzusehen wie eine Puppe, neben einem jungen Adeligen. Der junge Mann hatte blasse Haut, wie viele andere Anwesende auch, trug das blonde Haar kurz. Seine wässrigen blauen Augen die sich oft gelangweilt, manchmal auch lüstern die weibliche Gesellschaft besahen widerten sie an. Trotzdem wahrte sie eine neutrale, höfliche Miene.
Ein paar Mal wollte ein junger Mann mit ihr tanzen, doch sie lehnte höflich und bestimmt ab, fürchtete sie doch bei jeder kleinen Bewegung die Besinnung zu verlieren. Schließlich bat sie ihren Begleiter um ein Getränk und kaum, dass er ausser Sicht war flüchtete sie aus dem Saal in den anliegenden Garten, wo sie sich in einer kleinen Niesche niederließ und das Mieder öffnend ersteinmal tief durchatmete. Sie schloß die Augen, lehnte sich zurück und genoß die sanfte Briese, die Geräusche der Vögel um sich herum.
Die Stille tat ihr gut. Der Durft von Laub, frischer Erde und Rasen mischte sich mit der sanften Sommerbriese und verlockte sie zu einem Lächeln. Die Musik schien in weiter Ferne zu rücken. Lia runzelte die Strin leicht und horchte angestrengt. Schritte! Sie schnellte hoch, stolperte über den ungewohnten Saum des langen Kleides und fiel mit einem erschrocken Aufschrei nach vorn. Bevor sie reagieren konnte schloßen sich zwei starke Arme schützend um sie und sie wurde vorsichtig wieder auf die Beine gestellt. Sie fluchte undamenhaft über das Kleid und fuhr dabei wie ein verschrecktes Reh herum. Vor ihr stand ein junger Mann, seine Augenbrauen waren leicht in die Höhe gezogen als er sie nun langsam und sehr gründlich musterte. Ihr fielen sofort seine amüsiert funkelnden grünen Augen auf, das lange zum Zopf gebundene schwarze Haar. Seine Haut war sonnengebräunt und er trug schlichte Kleidung.
Lianera holte tief Luft, lächelte dann entschuldigend. "Verzeiht..Ich brauchte etwas frische Luft und.." Er unterbrach sie mit einem leisen Lachen. "Ich dachte schon, ich wäre der Einzige der versucht der feinen Gesellschaft zu entfliehen." Lia lächelte leicht gequält. "Erlaubt mich vorzustellen, mein Name ist Vane." Er verbeugte sich leicht und sah sie neugierig an. "Lianera Dunkelfeder.." Sie machte einen Knicks und stolperte dabei fast erneut über die Robe. Vane grinste breit und bot ihr seinen Arm. "Kommt, ich kenne einen ruhigen Ort der Euch sicher gefällt." Seufzend nahm legte sie ihren Arm auf seinen und stolperte neben ihm her. Vane verlangsamte schmunzelnd seinen Schritt, bis es Lia gelang einigermaßen gut neben ihm zu gehen.
"Euer erster Ball?" Vanes ruhige Stimme riss sie aus ihren Gedanken und sie nickte ihm stumm zu. "Ah, verstehe. Es wirkt am Anfang etwas erschreckend. Die ganzen schön gemachten Damen die versuchen die anderen zu übertrumphen." Sie sah ihn zweifelnd an. "Das wird tatsächlich irgendwann amüsant?" Er schüttelte lachend den Kopf. "Nein, nicht wirklich." Sie seufzte geplagt. Vane griff mit dem einen Arm um ihre Tallie und drehte sie sanft herum. Sie spürte seine Nähe an ihrem Rücken und sah ihn über die Schulter hinweg verwirrt an. Er grinste nur, legte den Finger unter ihr Kinn und drehte ihren Kopf zurück. Als er ihr Staunen sah funkelten seine Augen noch ein wenig mehr.
Lia sah über den See. Langsam war die Sonne untergegangen, färbte den Himmel in sanfte Orange- und Rosatöne und brachte das Wasser zum glänzen. Lange standen die beiden nahe zusammen da und schauten über den See.
1.4.09 14:33
 


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