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Die Geschichte einer Katze..

Rauch. Überall war Rauch. Sie hustete, als ihr gereizter Hals erneut diesem dichten Qualm ausgesetzt war. Mühsam beherrschte sie ihre Angst, die langsam, aber sicher die Oberhand gewann. Irgendwo in diesem Feuer musste ihre Tochter sein und ihr Gefährte. Der Gedanke an diese geliebten Wesen ließ sie noch einmal tief die verrußte Luft einatmen, dann stürzte sie sich in das Haus, das von Flammen verzehrte wurde.
Wie durch einen Nebel nahm sie die Gestalt wahr, die sie aus dem Gebäude zog. Woher dieser Fremde kam, wusste sie nicht und es war ihr egal. Wie konnte er es nur wagen? Obwohl sie einen eisernen Willen besaß, ließ der geschwächte Körper die schlanke Elfe im Stich. Hustend sackte sie ein Stückchen zusammen und ließ den Körper sich wandeln. Ihre Hände wurden zu Pranken, die helle Haut von Fell bedeckt. Gegen die tobende Katze konnte der fremde Elf nicht das geringste ausrichten und so ließ er sie schreiend los. Lluvia verstand diese Worte nicht mehr, sie wollte es auch nicht, selbst wenn der Lärm des in einander zusammen fallenden Gebäudes sie nicht übertönt hätten.

Früher am Abend..
Es war eine Nacht, ohne Laute. Selbst die Natur schien den Atem anzuhalten, irgendetwas lag in der Luft. Die schlanke, fast schon schlacksige und vor allem großgewachsene Elfe lehnte sich über die Brüstung des Fensters. Schnuppernd hielt sie das Gesicht in die Nachtluft. Die sanfte Briese strich sacht über das silbrige Haar.
Lautlos war der große Elf hinter sie getreten, nahm sie nun behutsam in den Arm. Er schmiegte seine Wange an die ihre und lächelte leicht.
Eng umschlungen standen die beiden Elfen am Fenster, genossen zu zweit den Abend. Sie verstanden sich ohne Worte und so verharrten sie wie in Stein gemeißelt Stunden in dieser Position. Für sie hatte Zeit keine Bedeutung.
Irgendwann in der Nacht, als sie längst geschlafen hatten, stieg ihr dieser Geruch in die Nase. Es roch seltsam. Nach Tod. Von diesem ungewöhnlichen Durft aufgeschreckt hatte sie sich eine Decke um den schlacksigen Körper gezogen und war vor die Tür getreten.
Die feinen Nackenhaare hatten sich aufgestellt und als sie herumfuhr, stand dort eine düstere Gestalt. Das tiefe Grollen aus ihrer Kehle beeindruckte ihren Gegner kaum, als sie jedoch mit erstaunlicher Schnelligkeit auf ihn zusprang, nahm er eine abwehrende Haltung ein. Zwar konnte sie ihm einige tiefe Wunden zufügen, doch ein einziger Blick in seine Augen ließ sie zusammen brechen. Ihre Lunge füllte sich langsam mit Blut. Spuckend und hustend hockte sie am Boden und konnte nur tatenlos zusehen wie ihr Gegner ihr Heim in Brand steckte. Zu viel Zeit verging, bevor sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte und in das Haus rennen konnte. Dann ging alles plötzlich zu schnell.



Schmerzen pochten in ihrem Körper und sie wusste nicht so sie war. Als sie vorsichtig Luft in ihre Lungen zog, musste sie wieder husten und nur sehr zögerlich beschloss sie die Augen zu öffnen. Wie viel Zeit wohl vergangen war? Sie lag auf einem Bett, in einem Haus. Verwirrung zeichnete ihr Gesicht und sie versuchte ihre Umgebung zu erkennen. Irgendwo hier mussten ihre Tochter und ihr Gefährte sein. Wo waren Thalie und Theris? Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als eine Gestalt zu ihr an das Bett trat.
Der Ausdruck in den Augen des Elfen gab ihr die sehnsüchtig erwartete Antwort. Allerdings war es nicht die Antwort, die sie erhofft hatte.
Ein nie gekannter Schmerz durchzuckte sie und in diesem Moment zersprang ihr Herz in tausend Teile. Mit einem Aufschrei sprang sie vom Bett, ignorierte das Pochen in den Muskeln und das Brennen der geschundenen Lunge. Große Schritte brachten sie der Ferne näher, kaum dass sie das Haus verlassen hatte, nahm sie die Gestalt einer Katze an und rannte.
Tränen rannen ihr über das fellige Gesicht und sie rannte, bis sie vor Erschöpfung zusammen brach. Auf ihre Umgebug achtete sie dabei kaum, der Ort zu dem sie rannte war ihr egal. Keuchend lag sie vor Anstrengung zitternd auf der Seite, doch der Schmerz des Körpers konnte den ihrers Herzen nicht verdrängen. Irgendwann fiel sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
Als sie schließlich erwachte, mit blutigen Pfoten und geschundenem Körper entschied sie, ihre Gestalt nicht mehr zu ändern.
Nie wirde würde sie ein Wesen so nah an sich lassen. Diesen Schmerz konnte niemand ihr nehmen.

Humpelnd tapste die zierliche Katze der aufgehenden Sonne entgegen.
Entschlossenheit lag in den bernsteinfarbenen Augen. Das von Schweiß und Blut verklebte Fell interessierte sie ebenso wenig wie die offenen Wunden an den Pfoten.
Nie wieder würde sie diesen Schmerz zulassen.
Nie wieder Elfe sein.

1.4.09 14:40
 


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